Die Kirche als Bildungsinstitution des Mittelalters

Das Mittelalter ist bei vielen als das dunkle Zeitalter bekannt, man denkt vor allem an Rückschritt im Vergleich zur Antike. Die Kirche aber wurde in dieser Zeit mehr und mehr zur Bildungsinstitution. Mit den Vor- und Nachteilen dieser Entwicklung beschäftigte sich Bbr. Hendrik Sievers in der letzten Wissenschaftlichen Sitzung des Sommersemesters. Die Kirche als Bildungsinstitution des Mittelalters weiterlesen

Theologischer Gesprächsabend mit Pfarrer Christoph Simonsen

Am Abend des 18. Mai kamen die Bundesbrüder zum zweiten Theologischen Gesprächsabend auf dem Unitas-Haus zusammen. Nachdem der erste Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen viele anregende Themen und Diskussionen hervorgebracht und auf reges Interesse gestoßen ist, war schnell klar, dass es noch viele weitere Themen und offene Fragen gibt, die es wert sind, in einer solchen Runde besprochen zu werden. Als Gast durften wir dieses Mal Pfarrer Christoph Simonsen, den Leiter der katholischen Hochschulgemeinde Aachen, begrüßen. Nach dem ersten Kennenlernen in lockerer Atmosphäre, begann das Gespräch mit dem Sammeln von Themen: Himmel und Hölle, die Institution Kirche und die Heiligenverehrung. An dieser Stelle sei ein recht herzliches Dankschön an Pfarrer Simonsen gerichtet, der uns mit seiner offenen Art geholfen hat Fragen zu diskutieren, die auf den ersten Blick nicht Alltäglich sein mögen, jedoch viel Interesse und Redebedarf zeigten. Theologischer Gesprächsabend mit Pfarrer Christoph Simonsen weiterlesen

Neutestamentliche Zeitgeschichte: Historische Realität und religiöse Hoffnung

Jerusalem, Zentrum eines jüdischen Staates zur Zeit Christi Geburt, war Dreh- und Angelpunkt für zwei der drei großen Buchreligionen. Nicht zuletzt die spezifische gesellschaftliche und kulturelle Begebenheit machte Jerusalem zum Keim des Christentums, einer Religion, die sich über die Jahrhunderte in der ganzen Welt verbreiten sollte. Gedenk dieser Bedeutung behandelte die Wissenschaftliche Sitzung von Lukas Nadenau die historische Realität und religiöse Hoffnung im Heiligen Land. Neutestamentliche Zeitgeschichte: Historische Realität und religiöse Hoffnung weiterlesen

„Menschenwürde ist Errungenschaft der Neuzeit“

Im vollbesetzten ehemaligen „Heizkraftwerk“ der RWTH Aachen sprach der Bonner Philosoph und Theologe Hartmut Kreß über die Menschenwürde und das Grundrecht auf Selbstbestimmung.

Kreß begann seine Ausführungen mit dem Hinweis auf den Anfang des deutschen Grundgesetzes. Artikel 1 bzw. Artikel 2 Absatz 1 sprächen genau die beiden Begriffe an, die Immanuel Kant (1724–1804) im Bezug auf die Würde des Menschen geprägt hatte und aus denen er den menschlichen Sonderstatus ableitete: Freiheit und Selbstbestimmung. Ganz bewusst sei diese Definition der Menschenwürde nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 an die Spitze des Grundgesetzes gestellt worden. Ein rechtsgeschichtliches Novum, geschützt durch die Ewigkeitsgarantie. „Menschenwürde ist Errungenschaft der Neuzeit“ weiterlesen

Die Moralphilosophie von Immanuel Kant

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“
— Immanuel Kant (1724–1804)

Immanuel Kant, bedeutender Philosoph und der wohl einflussreichste Gelehrte der deutschen Aufklärung, verlieh mit diesem Satz in seiner 1788 erschienenen Kritik der praktischen Vernunft seinem ehrfürchtigen Staunen Ausdruck. Ein Staunen über das moralische Gesetz, welches so unbezweifelbar sei, dass es von einer höheren Macht stammen müsse. Grund genug für uns, die Sentenz zum Semesterthema zu machen und uns mit der gesamten Tragweite von Werten, Normen und Moral zu beschäftigen. Die Moralphilosophie von Immanuel Kant weiterlesen

Die Sache des Igels

„Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel weiß nur eine große Sache.“
— Archilochos (7. Jh. v. Chr.)

Viel ist schon hineininterpretiert worden in diesen einen Satz. Nicht unwahrscheinlich, dass der altgriechische Lyriker Archilochos einfach nur feststellen wollte, dass der doch so schlaue Fuchs machtlos ist, wenn der Igel seine eine große Sache einsetzt, seine Stacheln aufstellt und sich zusammenrollt.

Isaiah Berlin (1909–1997), einer der wirkmächtigsten politischen Philosophen und Ideengeschichtler nach dem Zweiten Weltkrieg, nutzte den Vers als Metapher, um die beiden Positionen Monismus und Pluralismus voneinander abzugrenzen. Die Sache des Igels weiterlesen

Die Ethik der Stoa – Der ist frei, der sich selbst beherrscht

Mit Helmut Schmidt verstarb vor drei Wochen mit Sicherheit einer der beliebtesten Bundeskanzler, wenn nicht sogar der in der Bevölkerung angesehenste Politiker seit der Gründung der Bundesrepublik. Seines Zeichens Bundeskanzler in einer Episode der von heftigen Krisen geschüttelten Bundesrepublik, bewahrte er stets einen kühlen Kopf und fällte mit einer beachtlichen Freiheit von Affekten kritische Entscheidungen. Die Sturmflut in Hamburg, der RAF-Terrorismus der 70er-Jahre und der NATO-Doppelbeschluss von 1979 sind die prominentesten Beispiele für die Herausforderungen, an denen er sich messen musste. In einem Artikel aus der ZEIT zu Anfang des Jahres schrieb er:

„Die innere Gelassenheit hat mir die nötige Kraft gegeben, meiner Pflicht nachzukommen.“
— Helmut Schmidt (1918–2015)

In diesen Worten steckt überraschenderweise bereits der Kern der stoischen Lebensweise. Die Ethik der Stoa – Der ist frei, der sich selbst beherrscht weiterlesen

Darf man ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen?

Eine traurige Aktualität hat die Aufführung durch die Anschläge in Paris vom 13. November erhalten: In Ferdinand von Schirachs erstem Theaterstück geht es um ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug und die Frage, ob es verwerflich oder vielmehr geboten ist, ein solches Flugzeug abzuschießen, wenn der Entführer droht, das Flugzeug in ein vollbesetztes Stadion stürzen zu lassen. Darf man ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen? weiterlesen

Theologischer Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen

„Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie.“ – Mt 5,1-2

Am 17. November fand der langersehnte Theologische Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen statt, dem Geistlichen Beirat des Unitas-Verbandes. Schon seit der 138. Generalversammlung in Würzburg war der Besuch von Bbr. Stefan Wingen in Aachen geplant. Nach einem kurzen, aber herzlichen Empfang mit anregenden Getränken und ein paar kleinen Häppchen, setzte man sich in einen Sitzkreis und analog zu dem bekannten Procedere erzählte uns Bbr. Stefan Wingen, dass er am Morgen dieses Tages sich bereits den Fragen einer Grundschulklasse gestellt habe. Wir sollten uns die Grundschüler zum Vorbild nehmen und uns trauen, sämtliche Fragen zu stellen, ohne Angst zu haben, dass diese mangelndes Vorwissen offenbaren könnten. Theologischer Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen weiterlesen

Politisches Handeln ohne Werte nicht möglich

Wie sind die Wertevorstellungen der etablierten Parteien in Deutschland gewachsen? Und haben sie sich in den Jahren seit ihrer Gründung bewährt? Das waren die Leitfragen der Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema „Werte und Ideale in der Politik“ von Bbr. Stefan Leisten. Das Semesterthema „Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir“ wurde ergänzt um das Spannungsfeld zwischen Konservatismus, Sozialismus und Liberalismus. Dass dabei auch die hochaktuelle Frage nach Werten in der Flüchtlingskrise diskutiert wurde, verlieh dem Vortrag eine besondere Tiefe. Politisches Handeln ohne Werte nicht möglich weiterlesen

Antrittskneipe als philosophischer Semesterauftakt

Ad orationem principiorum. Die Aufforderung zur Beschäftigung mit den Prinzipien, die kritische Reflexion der eigenen Gewohnheiten und das Streben nach einem moralischen Leben waren wohl die zentralen Aussagen einer denkwürdigen Prinzipienrede.

Ganz im Sinne des Semesterthemas „Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“ – einem Zitat Kants entsprechend – führte der Senior im Wintersemester 2015/16, Bbr. Johannes Schäfer, in das Thema der Moralphilosophie ein und verschaffte der Hörerschaft einen Überblick über die verschiedenen Strömungen. Antrittskneipe als philosophischer Semesterauftakt weiterlesen

Unitas-Vereine Aachen helfen in Notunterkunft

Am Montagabend kam der Rückruf von der Caritas, die in Aachen die Koordination der freiwilligen Helfer in der Arbeit mit Flüchtlingen übernimmt. Eine Überraschung, obwohl wir eine Woche zuvor Interesse an einem sozialen Projekt im nächsten Semester signalisiert hatten. Das Anliegen sei aber so gar nicht das, was wir uns wohl vorgestellt hätten. Ab morgen würden durchgehend zehn Helfer für die Dauer einer Woche gebraucht. Eine genaue Aufgabenbeschreibung liege nicht vor. Einsatzgebiet: Eine kurz zuvor eingerichtete Notunterkunft für Flüchtlinge. Unitas-Vereine Aachen helfen in Notunterkunft weiterlesen

Diplomkneipe von Bbr. Florian Jansing

Zum Abschluss des Studiums in Aachen und letzter Programmhöhepunkt im Sommersemester 2015 des W.K.St.V. Unitas Assindia feierte unser Alter Herr Florian Jansing seine Diplomkneipe auf dem Vereinshaus in der altehrwürdigen Kaiserstadt Aachen.

Dieser Einladung folgen neben den aus dem Münsterland angereisten Eltern Freunde aus dem zurückliegenden Studium, die Leiterrunde der Pfadfinder Aachen auch die ansässigen Unitarier. Florian begrüßte vor der eigentlichen feierlichen Veranstaltung seine Gäste und freute sich, nach seinem Antritt einer Arbeitsstelle in Süddeutschland, alle alten Freunde wieder zusehen und die neuen Gesichter in den Reihen der Assindia kennen zu lernen. Diplomkneipe von Bbr. Florian Jansing weiterlesen

Tag der offenen Tür ein Fest für Jung und Alt

Am 28. Juni dieses Jahres, einem herrlichen Sonntag, lud die Aktivitas der Unitas Aachen zum wiederholten Male zum Tag der offenen Tür, auf dem Vereinshaus, ein. Nebst einer ausgefeilten PowerPoint-Präsentation zur besseren Darstellung der Vereine, weckten auch ausgestellte Vereinsutensilien das Interesse der zahlreichen Gäste. Der Garten indes war für den Besucherandrang mit reichlich Sitzgarnituren bestens ausgestattet. Tag der offenen Tür ein Fest für Jung und Alt weiterlesen

Interkulturelle Kompetenz

Im Rahmen des Semesterthemas „in omnibus caritas – Migration im 21. Jahrhundert“ fand ein weiteres Wissenschaftliches Seminar mit dem Titel „Interkulturelle Kompetenz“ statt. Bbr. Lothar Gräf motivierte dieses facettenreiche Thema mit der zunehmend globalisierten Welt, in der wir uns als Ingenieure und Wissenschaftler im Beruf und im Privaten zurecht finden müssen. Dabei griff er auf seine profunden Erfahrungen mit zahlreichen Auslandsaufenthalten zurück, unter anderem in Syrien, Saudi-Arabien, China und Rumänien. Interkulturelle Kompetenz weiterlesen

A Migration: Causes and Consequences

Wir durften Zamaan Sadeghi auf dem Unitas-Haus begrüßen, der in seiner Wissenschaftlichen Sitzung „A Migration: Causes and Consequences“ Arten und Gründe von Migration für uns beleuchtete und dabei auch auf seine eigene Geschichte einging.

Zamaan hat als gebürtiger Iraner seinen Master of Science im Maschinenbau in Teheran erworben und ist nach seinem Abschluss und Zwischenstopps in London und an der Universität Gent seit September 2014 als Doktorand an der RWTH Aachen tätig. A Migration: Causes and Consequences weiterlesen

Der Tiger im Revier des Adlers – Integration von Tamilen in Deutschland

Erst 2009 endete der Bürgerkrieg in Sri Lanka, nachdem fast 26 Jahre lang tamilische Separatisten und der Inselstaat Sri Lanka Gefechte um die Unabhängigkeit der Siedlungsgebiete der Tamilen ausgetragen hatten. Das dravidische Volk, das weltweit fast 80 Millionen Angehörige zählt, war während der britischen Kolonialzeit – vorwiegend als Plantagenarbeiter – aus Südindien auf die singhalesisch dominierte Insel übergesiedelt. Die Instabilität und die militärische Gewalt beider Konfliktparteien zwang viele Tamilen zur Flucht ins Ausland und lies dort tamilische Gemeinschaften nennenswerter Größe entstehen. Unser Referent Bbr. Prasanna Paramalingam wurde in Deutschland als Sohn zweier aus Sri Lanka geflohenen Tamilen geboren. Der Tiger im Revier des Adlers – Integration von Tamilen in Deutschland weiterlesen