Das Sommersemester 2017 steht im Zeichen „Energie der Zukunft“

„Energie der Zukunft“ lautet das Thema, mit dem die Aktivitas der Assindia das Sommersemester angehen will. Energie ist ein Begriff, der uns tagtäglich und allgegenwärtig begleitet. Schließlich braucht der Student von heute ein ausreichend helles Licht im Zimmer zum Lernen, einen ausdauernden Akku im Smartphone, Tablet und Laptop und ein gemütliches, warmes Zimmer wenn es draußen mal kälter wird. All das braucht Energie und diese ist kostspielig, aufwendig zu generieren und je nach Herkunft kritisch beäugt. Das Sommersemester 2017 steht im Zeichen „Energie der Zukunft“ weiterlesen

Die Kirche als Bildungsinstitution des Mittelalters

Das Mittelalter ist bei vielen als das dunkle Zeitalter bekannt, man denkt vor allem an Rückschritt im Vergleich zur Antike. Die Kirche aber wurde in dieser Zeit mehr und mehr zur Bildungsinstitution. Mit den Vor- und Nachteilen dieser Entwicklung beschäftigte sich Bbr. Hendrik Sievers in der letzten Wissenschaftlichen Sitzung des Sommersemesters. Die Kirche als Bildungsinstitution des Mittelalters weiterlesen

Theologischer Gesprächsabend mit Pfarrer Christoph Simonsen

Am Abend des 18. Mai kamen die Bundesbrüder zum zweiten Theologischen Gesprächsabend auf dem Unitas-Haus zusammen. Nachdem der erste Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen viele anregende Themen und Diskussionen hervorgebracht und auf reges Interesse gestoßen ist, war schnell klar, dass es noch viele weitere Themen und offene Fragen gibt, die es wert sind, in einer solchen Runde besprochen zu werden. Als Gast durften wir dieses Mal Pfarrer Christoph Simonsen, den Leiter der katholischen Hochschulgemeinde Aachen, begrüßen. Nach dem ersten Kennenlernen in lockerer Atmosphäre, begann das Gespräch mit dem Sammeln von Themen: Himmel und Hölle, die Institution Kirche und die Heiligenverehrung. An dieser Stelle sei ein recht herzliches Dankschön an Pfarrer Simonsen gerichtet, der uns mit seiner offenen Art geholfen hat Fragen zu diskutieren, die auf den ersten Blick nicht Alltäglich sein mögen, jedoch viel Interesse und Redebedarf zeigten. Theologischer Gesprächsabend mit Pfarrer Christoph Simonsen weiterlesen

Neutestamentliche Zeitgeschichte: Historische Realität und religiöse Hoffnung

Jerusalem, Zentrum eines jüdischen Staates zur Zeit Christi Geburt, war Dreh- und Angelpunkt für zwei der drei großen Buchreligionen. Nicht zuletzt die spezifische gesellschaftliche und kulturelle Begebenheit machte Jerusalem zum Keim des Christentums, einer Religion, die sich über die Jahrhunderte in der ganzen Welt verbreiten sollte. Gedenk dieser Bedeutung behandelte die Wissenschaftliche Sitzung von Lukas Nadenau die historische Realität und religiöse Hoffnung im Heiligen Land. Neutestamentliche Zeitgeschichte: Historische Realität und religiöse Hoffnung weiterlesen

„Menschenwürde ist Errungenschaft der Neuzeit“

Im vollbesetzten ehemaligen „Heizkraftwerk“ der RWTH Aachen sprach der Bonner Philosoph und Theologe Hartmut Kreß über die Menschenwürde und das Grundrecht auf Selbstbestimmung.

Kreß begann seine Ausführungen mit dem Hinweis auf den Anfang des deutschen Grundgesetzes. Artikel 1 bzw. Artikel 2 Absatz 1 sprächen genau die beiden Begriffe an, die Immanuel Kant (1724–1804) im Bezug auf die Würde des Menschen geprägt hatte und aus denen er den menschlichen Sonderstatus ableitete: Freiheit und Selbstbestimmung. Ganz bewusst sei diese Definition der Menschenwürde nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 an die Spitze des Grundgesetzes gestellt worden. Ein rechtsgeschichtliches Novum, geschützt durch die Ewigkeitsgarantie. „Menschenwürde ist Errungenschaft der Neuzeit“ weiterlesen

Die Moralphilosophie von Immanuel Kant

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“
— Immanuel Kant (1724–1804)

Immanuel Kant, bedeutender Philosoph und der wohl einflussreichste Gelehrte der deutschen Aufklärung, verlieh mit diesem Satz in seiner 1788 erschienenen Kritik der praktischen Vernunft seinem ehrfürchtigen Staunen Ausdruck. Ein Staunen über das moralische Gesetz, welches so unbezweifelbar sei, dass es von einer höheren Macht stammen müsse. Grund genug für uns, die Sentenz zum Semesterthema zu machen und uns mit der gesamten Tragweite von Werten, Normen und Moral zu beschäftigen. Die Moralphilosophie von Immanuel Kant weiterlesen

Die Sache des Igels

„Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel weiß nur eine große Sache.“
— Archilochos (7. Jh. v. Chr.)

Viel ist schon hineininterpretiert worden in diesen einen Satz. Nicht unwahrscheinlich, dass der altgriechische Lyriker Archilochos einfach nur feststellen wollte, dass der doch so schlaue Fuchs machtlos ist, wenn der Igel seine eine große Sache einsetzt, seine Stacheln aufstellt und sich zusammenrollt.

Isaiah Berlin (1909–1997), einer der wirkmächtigsten politischen Philosophen und Ideengeschichtler nach dem Zweiten Weltkrieg, nutzte den Vers als Metapher, um die beiden Positionen Monismus und Pluralismus voneinander abzugrenzen. Die Sache des Igels weiterlesen

Die Ethik der Stoa – Der ist frei, der sich selbst beherrscht

Mit Helmut Schmidt verstarb vor drei Wochen mit Sicherheit einer der beliebtesten Bundeskanzler, wenn nicht sogar der in der Bevölkerung angesehenste Politiker seit der Gründung der Bundesrepublik. Seines Zeichens Bundeskanzler in einer Episode der von heftigen Krisen geschüttelten Bundesrepublik, bewahrte er stets einen kühlen Kopf und fällte mit einer beachtlichen Freiheit von Affekten kritische Entscheidungen. Die Sturmflut in Hamburg, der RAF-Terrorismus der 70er-Jahre und der NATO-Doppelbeschluss von 1979 sind die prominentesten Beispiele für die Herausforderungen, an denen er sich messen musste. In einem Artikel aus der ZEIT zu Anfang des Jahres schrieb er:

„Die innere Gelassenheit hat mir die nötige Kraft gegeben, meiner Pflicht nachzukommen.“
— Helmut Schmidt (1918–2015)

In diesen Worten steckt überraschenderweise bereits der Kern der stoischen Lebensweise. Die Ethik der Stoa – Der ist frei, der sich selbst beherrscht weiterlesen

Darf man ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen?

Eine traurige Aktualität hat die Aufführung durch die Anschläge in Paris vom 13. November erhalten: In Ferdinand von Schirachs erstem Theaterstück geht es um ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug und die Frage, ob es verwerflich oder vielmehr geboten ist, ein solches Flugzeug abzuschießen, wenn der Entführer droht, das Flugzeug in ein vollbesetztes Stadion stürzen zu lassen. Darf man ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen? weiterlesen

Theologischer Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen

„Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie.“ – Mt 5,1-2

Am 17. November fand der langersehnte Theologische Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen statt, dem Geistlichen Beirat des Unitas-Verbandes. Schon seit der 138. Generalversammlung in Würzburg war der Besuch von Bbr. Stefan Wingen in Aachen geplant. Nach einem kurzen, aber herzlichen Empfang mit anregenden Getränken und ein paar kleinen Häppchen, setzte man sich in einen Sitzkreis und analog zu dem bekannten Procedere erzählte uns Bbr. Stefan Wingen, dass er am Morgen dieses Tages sich bereits den Fragen einer Grundschulklasse gestellt habe. Wir sollten uns die Grundschüler zum Vorbild nehmen und uns trauen, sämtliche Fragen zu stellen, ohne Angst zu haben, dass diese mangelndes Vorwissen offenbaren könnten. Theologischer Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Stefan Wingen weiterlesen

Politisches Handeln ohne Werte nicht möglich

Wie sind die Wertevorstellungen der etablierten Parteien in Deutschland gewachsen? Und haben sie sich in den Jahren seit ihrer Gründung bewährt? Das waren die Leitfragen der Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema „Werte und Ideale in der Politik“ von Bbr. Stefan Leisten. Das Semesterthema „Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir“ wurde ergänzt um das Spannungsfeld zwischen Konservatismus, Sozialismus und Liberalismus. Dass dabei auch die hochaktuelle Frage nach Werten in der Flüchtlingskrise diskutiert wurde, verlieh dem Vortrag eine besondere Tiefe. Politisches Handeln ohne Werte nicht möglich weiterlesen