Er weinte es gut mit uns

An diesem Wochenende feiert die Unitas Aachen ihr 102. Vereinsfest zu Ehren der heiligen Maria Immaculata. Nach der heiligen Messe im Aachener Dom treffen sich die Alten Herren und Bundesbrüder sowie geladene Gäste auf dem Unitas-Haus zum traditionellen Sektempfang und anschließen Festvortrag.

In diesem Jahr wird jedoch der Festvortrag um eine kulinarische Komponente erweitert. Neben dem eigentlichen Vortrag über die Entstehung und die Vielfalt der Weine werden im Rahmen einer interaktiven Weinprobe sieben Vertreter der Sorte Cabernet Sauvignon zur Verkostung und Beurteilung gereicht.

Mann der Stunde ist Andreas „Leo“ Busche, Weinliebhaber und -kenner, sowie Inhaber des Aachener „Weinladen an der Neupforte“. Unter seiner Regie fällen die Teilnehmer, darunter sowohl vinophile als auch dem Weingenuss weniger zugetane, Urteile über die sieben Rotweine und es wird ausgiebig über Favoriten sowie (subjektive!) Nieten diskutiert. Dabei sind die persönlichen geschmacklichen Vorlieben ebenso breit gestreut wie die Herkunft der Weine bestehend aus dieser einen im Zentrum stehenden, teils im Cuvée sich wiederfindenden Rebsorte. Von Europa über Nord- und Südamerika bis hin nach Australien: Beinahe überall auf der Welt wird sie angebaut, gekeltert und nun von uns verköstigt.

Nebenbei erfährt man viel über die Geschichte des Rebstocks. Dass sehr viele Sorten schon ausgestorben sind etwa, oder dass einhergehend mit der Globalisierung auch Probleme geschaffen wurden, wie die Einfuhr eines kleinen aber tückischen Insekts: Die Reblaus, welche, kleiner als ein Stecknadelkopf, doch ganze Berghänge von Rebstöcken mit seinen Artgenossen praktisch aussaugen und absterben lassen kann.

Am Ende des Tages ist schließlich nicht nur der kulinarische sondern auch der Wissensdurst nach Wein im Allgemeinen und Rotwein im Speziellen gestillt. Jedenfalls für heute. Gut, dass der Aachener Weihnachtsmarkt mit seinen Glühweinständen noch einige Tage geöffnet hat, um sich von deren Qualität im Vergleich zu überzeugen!